Schutzkonzept für Gleichstromanwendungen

Die Grafik zeigt den Strom- und Spannungsbereich der gekühlten Kompaktsicherung während eines Kurzschlusstests bei 3.660 bzw. 1.000A.
Die Grafik zeigt den Strom- und Spannungsbereich der gekühlten Kompaktsicherung während eines Kurzschlusstests bei 3.660 bzw. 1.000A.Bild: Mersen Deutschland Eggolsheim GmbH/LANDRIVON, Simon

In den kommenden Jahren werden Tausende von neuen Ladestationen, elektrischen Energiespeichern und Gleichstromverteilungssystemen in Betrieb genommen werden. Diese Systeme sind gewissermaßen das Rückgrat der Energiewende. Der Ausbau der Lade- und Speicherkapazitäten ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Eine davon ist der wirksame Schutz der Infrastruktur vor Schäden durch Kurzschlüsse. Nur so kann die ständige Verfügbarkeit der Anlagen und Geräte gewährleistet werden.

Derzeit werden Infrastrukturen durch Standardsicherungen geschützt. Diese werden in der Regel in einem externen Stromkreis installiert und benötigen daher einen gewissen Einbauraum sowie eigene elektrische Anschlüsse. Zusätzlich zu den elektrischen Eigenschaften erfordern neu entstehende Gleichstromanwendungen kompakte und leichtere Sicherungen, einen einfachen Anschluss sowie eine minimale Wärmeentwicklung im Schaltschrank, in dem die Sicherungen installiert sind.

Die neuen gekühlten Kompaktsicherungen von Mersen schützen u.a. Ladestationen für E-Autos vor Überlasten und Kurzschlüssen.
Die neuen gekühlten Kompaktsicherungen von Mersen schützen u.a. Ladestationen für E-Autos vor Überlasten und Kurzschlüssen.Bild: ©Summit Art Creations/stock.adobe.com

DC-Sicherungskonzept für bis zu 1.000V DC

Mersen hat neue Gleichstromsicherungen bis zu 1.500V auf den Markt gebracht, die die elektrischen und mechanischen Anforderungen künftiger DC-Anwendungen erfüllen. Die neueste Entwicklung ist ein kompaktes DC-Sicherungskonzept (PowerPack-Sicherung) für Anwendungen bis zu 1.000V DC. Bei einer Standardsicherung wird die Wärme des Sicherungseinsatzes größtenteils über seine Anschlüsse, Stäbe und Kabel sowie den Sicherungskörper abgeleitet. Diese Wärmeleitpfade befinden sich jedoch außerhalb der Zone mit ohmschem Widerstand. Um die Strombelastbarkeit der Sicherungen zu erhöhen und dennoch einen niedrigen I2t-Wert beizubehalten, wurde eine neue Kühllösung erforscht.

Ladesäulen für E-Autos können durch Kurzschlüsse oder Überlasten leicht beschädigt werden.
Ladesäulen für E-Autos können durch Kurzschlüsse oder Überlasten leicht beschädigt werden. Bild: ©Summit Art Creations/stock.adobe.com

Neues Konzept für die Entwärmung

Mersen hat ein neuartiges Wärmemanagement für die neuen Sicherungen entwickelt. Dabei stützt sich das Unternehmen auf sein Wissen über die Kühlung von Leistungshalbleitermodulen. Die Sicherungselemente sind durch eine DCB- und Grundplattenschicht so nah wie möglich an einem Kühlkörper positioniert, was eine effiziente Wärmeübertragung ermöglicht. Da die von den PowerPack-Sicherungselementen erzeugte Wärme im Vergleich zu einer Standardsicherung effizient gehandhabt wird, kann mit diesem neuen Design mehr Strom übertragen werden, wobei der I2t-Wert deutlich niedriger bleibt.

Der Gewinn beträgt schätzungsweise 30 Prozent beim Nennstrom, 50 Prozent beim Spitzen-Durchlassstrom und 10-mal weniger I2t im Vergleich zu einer Standardsicherung. Die PowerPack-Nennströme der kompakten gekühlten Sicherungen reichten von 330 bis 1.000A bei einer Kühlplatte von 65°C. Das Kühlkonzept der Sicherungen ist vor allem im Hinblick auf die zunehmende Leistungsdichte elektronischer Komponenten wichtig.

Simulation des Wärmemanagements der gekühlten Kompaktsicherung 
bei 1.000A auf einer Kühlplatte mit einer Temperatur von 65°C.
Simulation des Wärmemanagements der gekühlten Kompaktsicherung bei 1.000A auf einer Kühlplatte mit einer Temperatur von 65°C.Bild: Mersen Deutschland Eggolsheim GmbH

Kompakte Bauform für schnelles Auslösen

Das innovative PowerPack-Wärmemanagement ist nicht der einzige Vorteil der neuen Sicherungen von Mersen. So trägt das bessere Wärmemanagement der Sicherungselemente dazu bei, deren Größe zu reduzieren, was im Falle eines Kurzschlusses zu einem schnelleren Auslösen führt. Fehlerströme werden deshalb viel schneller unterbrochen.

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